Perenelle ist tot

Leider müssen wir mitteilen, dass Perenelle und zumindest ein weiterer Jungvogel bereits im Juni verendet sind. Wir wurden damals von einer Anwohnerin informiert und fanden den sterbenden Vogel dort vor Ort. Da die Todesursache unklar war, wurde der Kadaver von uns an das Chemisch-Veterinärmedizinische Untersuchungsamt (CVUA) in der Schaflandstraße überbracht. Die Obduktion ergab zunächst einen Befall mit Lungen- und Darmparasiten. Dies ist allerdings für einen Greifvogel nichts Ungewöhnliches. Eine zusätzlich veranlasste toxikologische Untersuchung erbrachte dann den Nachweis des Insektizids Carbofuran. In einem später gefundenen Kadaver eines Jungvogels ließ sich das Gift ebenfalls nachweisen. Daraufhin wurde das Dach und die oberen Stockwerke sytematisch abgesucht. Michael Eick und Herbert Kugel fanden dabe zwei auffällige Taubenkadaver. Bei einer Taube ließen sich in dem im Kropf befindlichen Futter ebenfalls hohe Konzentrationen Carbofuran nachweisen.

Carbofuran ist bereits seit 2007 in der gesamten EU verboten. In Deutschland konnte man dieses Insektizid überhaupt nur mit Ausnahmegenehmigung einsetzen. Auf Grund der kurzen Halbwertszeit ist eine Anreicherung aus dieser Zeit praktisch ausgeschlossen. Carbofuran taucht des Öfteren in Zusammenhang mit Vergiftungsfällen bei Greifvögeln auf. Alles deutet darauf hin, dass die Vögel vorsätzlich vergiftet wurden. Dass dieser Giftanschlag primär den Falken galt, kann nicht ausgeschlossen werden.

Unabhängig von der Tatsache, dass mit einer möglichen Vergiftung der Wanderfalken eine schwere Straftat vorliegt, gibt noch einen weiteres gefährliches Faktum: Die Substanz Carbofuran ist nicht nur für Falken tödlich, sie ist auch für Menschen hochgefährlich. Deshalb bittet der NABU um Hinweise, die helfen können, diese Tat aufzuklären, aber gleichzeitig um große Vorsicht: „Bitte fassen Sie keinen toten Greifvogel oder Falken mit bloßen Händen an. Vermeiden Sie Hautkontakt. Verständigen Sie sofort die Polizei. Seien Sie besonders misstrauisch bei seltsam anmutenden Vögeln wie Tauben, Hühnern oder anderem Geflügel mit Verletzungen, seltsamen Gefiederverfärbungen oder Totfunden.

Bei aller Trauer um unsere Falkendame, sind allerdings optimistisch, dass dieser hervorragende Brutplatz auf dem Tower bald wieder von einem Falkenpaar bewohnt wird.

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